DIE RESTAURIERUNG DER ALTEN SPRITZE

Sicher bestand in Elsig schon vor 1906 eine funktionierende Brandbekämpfung. Woran es fehlte, waren geeignete Mitte! und das ach so nötige Nass. Die jetzt restaurierte "Alte Spritze" war für unsere Vorfahren sicher eine Errungenschaft. Vergleicht man sie mit anderen, noch vorhandenen Handdruckspritzen, muss sie weit über 100 Jahre alt sein.

Die Spritze verschwand aus irgendeinem Grunde aus unserem Wirkungskreis. Als die Vorbereitungen zum 75- jährigen Bestehen anliefen, machten wir uns auf die Suche, nach der Spritze. Fündig wurden wir in Frauenberg, wo sie in einem ehemaligen Schulraum abgestellt war. Sie war sehr gebrechlich geworden.

Mit einigen Bandagen und Schienungen versehen holten wir sie, auf einem Anhänger nach Elsig zurück.


Zerlegt war die alte Spritze schnell. Manches erledigte sich fast von selber, insofern es sich um Holzteile und nicht um verrostete Schrauben handelte.

Unter der übersichtlichen Leitung von Altbrandmeister Peter Simons wurde alles geordnet, sortiert und gesichtet.

Alle Holzteile an der Spritze selbst mussten erneuert werden. Auch die Räder waren reparaturbedürftig, Speichen und Bänder mussten teilweise ersetzt werden.

Die Holzarbeiten übernahm, da wir selbst in unserer Wehr keine Leute und Geräte hatten, ein Feuerwehrkamerad aus Frauenberg. Hubert Josephs sei Dank dafür. Das Holz, dass verwendet wurde, ist in Elsig gewachsen. Kamerad Karl Gräf stellte dafür schon vor Jahren einen Ulmenstamm zur Verfügung.

Fast schon ein Festakt war das Aufziehen der neuen Eisenreifen auf die überholten Speichenräder. Es herrschte Aufregung und Hektik in den Hallen von Leo Schäfer – wann wird heute so etwas noch gemacht?

Ein Schmiedefeuer hätte man haben müssen – wird das Eisen heiß genug? Es klappte, was bei so vielen anwesenden Kapazitäten auch nicht verwunderlich war: Die Schmiede- und Schlossermeister Peter Simons, Leo Schäfer und Theo Althausen ergänzten sich glänzend, ohne die wichtigen Gesellen zu unterschätzen.

Für das Fußvolk der Löschgruppe begannen dann im Frühjahr 1995 die Feinarbeiten.

Im Kuhstall von Josef Siepen wurde eifrig geschliffen und geschrubbt. Es war kalt , aber Gertrud Siepen hatte ein Einsehen und verwöhnte uns mit wärmendem Glühwein. Das Eisengestell der Pumpe war so verrostet, dass unsere Kräfte und Mittel nicht ausreichten.

Die Firma Stoll transportierte das Gestell in eine Dürener Spezialfabrik. Diese hatte auch ihre liebe Not damit – was sich dann im Preis niederschlug.

Der Kupferkessel wurde auf Hochglanz gebracht und dann mit Klarlack versiegelt. Die Zylinder der Pumpe wurden poliert, die Kolben mit neuen Ledermanschetten versehen und die Ventilkappen auf Dichtigkeit geprüft.

Die Korbeinsätze wurden von einem Korbflechter aus Hottorf instandgesetzt.

Die Deichsel unserer Spritze war auf eine Pferdestärke ausgelegt – sie war zwar noch erhalten, aber in der Praxis wegen Gebrechlichkeit nicht mehr zu gebrauchen. Wir haben sie nur zur Demonstration hergerichtet. Für den Gebrauch haben wir eine Deichsel für den Schlepperbetrieb entwickelt und hergestellt.

So wurden an vielen Samstagen geschuftet, aber auch viel debattiert und gelacht. Die Malerarbeiten waren dann der krönenden Abschluss.

Nach allen verrichteten Arbeiten hofften wir sehr, dass uns die Handdruckspritze beim ersten „Wasser marsch“ nicht im Stich lassen würde.


Mit der Renovierung der alten Spritze haben wir unsere Zusage erfüllt und hoffen damit, das von Generationen Übernommene für weitere Generationen erhalten zu haben.