DER BAUBERICHT VOM NEUEN GERÄTHAUS
(Text und Photos von Friedrich Meyers)

Im Oktober 1999 begannen wir endlich mit dem Neubau unserer Gerätehauses. Das Bauvorhaben unseres neuen Gerätehauses hatte unser Löschgruppenführer Theo Althausen schon seit Jahren verfolgt. Seiner Ausdauer und Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass wir heute so weit sind. Mit Stadtverwaltung und Feuerwehrausschuss hat er über Parteigrenzen hinaus über Baugenehmigung, Bauplanänderungen, Gestaltung und Ausstattung unseres neuen Hauses verhandelt. Es gab stets gutes Einvernehmen mit den Damen und Herren der Stadtverwaltung.

Um gleichmäßig Arbeitskräfte am Bau verfügbar zu haben, teilten wir die Kameraden der Löschgruppe in fünf Gruppen mit vier bzw. fünf Leuten ein. Jede Gruppe hatte einen Ansprechpartner, der zu unterrichten war, wenn man „nicht konnte“. Im Wechsel war jede Woche eine andere Gruppe an der Reihe. Pläne sind gut – der Alltag sieht anders aus.

Im Ganzen kann man aber sagen, dass alle sich bemüht haben, ihre Termine einzuhalten. Einer war immer da - ohne Terminkalender, ohne Feuerwehrmitgliedschaft. Auf ihn konnte man sich blind verlassen. An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön an Peter Marx. Wie oft wären wir ohne sein fahrbares Material- und Werkzeuglager zum Stillstand gekommen. Wenn etwas fehlte – Peter hatte es, wenn er auch oft etwas länger suchen musste. Nun ja, so ein Mercedes hat halt einen großen Kofferraum.

Der Aushub der Fundamente gestaltete sich etwas schwierig. Da der Boden sehr kleiig war, ließen sich keine sauberen Gräben ziehen. Hinzu kamen noch Reste von „Pastor’s“-Scheune, die uns unsere Arbeit erschwerten. Aber so steht das Haus auf breitem Fuß, wenn wir auch etwas mehr Beton brauchten. Das Hochziehen der Mauern ging zügig voran.

Der Spieß wurde mit der „platten Schöp“ aufgetragen. Stein auf Stein kamen wir auf Deckenhöhe. Leider mussten wir im Frühjahr 2000 öfters „schlecht Wetter machen“. Aber trotz allem ging es gut voran.

Nachdem der Dachstuhl aufgesetzt und das Dach eingedeckt war, fingen wir mit dem Klinkern an. „Fachleute“ hatte wir viele – aber nur einen Fachmann, Hubert Hambach. Ohne ihn ging nichts am Bau - mit ruhiger Hand und Sachverstand hatte er alles im Griff.

Auch bei auftretenden Problemen bewahrte Hubert „ruhig Blut“. Als beim Gießen einer Stützmauer im Obergeschoss und den dabei nötigen Rüttelbewegungen die Verschalung aus der Richtung geriet, wusste Hubert sofort, was zu machen war. Ein Traktor mit Frontlader wurde schnell in Position gefahren. Mit sanftem Druck der ausgefahrenen Schaufel wurde die Verschalung wieder ausgerichtet.

Was Hubert gar nicht vertragen konnte, waren „krumme“ Nägel oder sagen wir besser „nicht ganz gerade“ Nägel. Das waren meist Nägel, die Peter Marx gerichtet hatte. Peter richtete nach dem Motto „Wer den Nagel nicht ehrt ...“ in seinem Leerlauf krumme Nägel.

In diesem Zusammenhang sah ich Hubert einmal wie ein „wild gewordener Handfeger“ auf einem Kieshaufen rumtanzen. Was war passiert? Peter Marx wollte mal wieder Nägel richten! Hubert sah das, schnappte sich die Nägel, warf sie auf den Kieshaufen und „versenkte“ sie. Um auf die Fachleute zurück zu kommen – mit meist 4 bis 5 Mann haben wir geklinkert. Es gab schon mal Rüffel vom „Polier“, wenn mal ein Stein nicht richtig saß. Am Ende aber ist es ganz gut geworden.

Gleichzeitig haben wir mit dem Innenausbau begonnen. Nach Isolierung von Decken und Wänden, Verlegung der nötigen Versorgungsleitungen und Rohre haben wir den Estrich aufgebracht.

Nun ging es an die Verkleidung der Decken und das Fliesen des Bodens im Aufenthaltsraum. Hier ist es angebracht, die zwei Ältesten der Altersabteilung dankenswert zu erwähnen:

Peter Simons (seit 1944 in der Wehr) war für die Deckenverkleidung unser „erster“ Mann am Bau. Hierbei kamen uns seine Berufskenntnisse in Bezug auf Winkel- und Flächenberechnung zu gute.

Die Decke war fast fertig, da brachte ihm ein „Fehltritt“ eine blutige Kopfbeule ein. Aber es war, Gott sei Dank, nichts Ernstes. Natürlich war er auch sonst da, wenn Not am Mann war.  

Der andere Senior unserer Wehr war Mathias Schmitz (seit 1940 in der Wehr). Es war so: War er nicht da – dann wurde auch nicht gearbeitet. Wenn auch die Knochen noch so ächzten – Mattes war immer da. Wind und Wetter spielten keine Rolle – was ging, machte er.

Diskussionen mit unserem Polier Hubert waren an der Tagesordnung. Es ging oft laut – aber immer herzlich zu. Nachdem Hubert die ach so wichtige Theke gemauert hatte und der Raum tapeziert und angestrichen war, konnte die Küche eingebaut werden.

Thema Küche – Essen: Während der Bauphase war auch für unser leibliches Wohl bestens gesorgt. Anfangs versorgte uns Bäcker Willi Nipp mit leckeren Teil-chen. Kaffee und Tee steuerten wir bei.

Ansonsten gab es nach dem Motto „Wer gut arbeitet, will wenigstens auch gut essen:“ Suppe mit Einlage oder Brötchen mit Auflage. Dazu konsumierten wir das ein oder andere Bierchen.

Als Abschluss der Arbeiten wurde die Außenanlage planiert, eingezäumt und der Vorhof gepflastert. Bei den Anpflanzungen stand uns Ulli Hauke fachmännisch mit Rat und Tat zur Seite.

Am Bau haben uns sonst noch geholfen: Willi und Peter Breuer sowie Familie Rövenich – Erdarbeiten; Hubert Müller und Bernd-Willi Harzheim – Elektro; Klaus und Adolf Pohl – Bedachung; Willi Bong, Josef Schmitz und Burkhard Bröhl halfen uns bei den kompliziertesten Arbeiten – Männer für alle Fälle. Selbst der Stadtverordnete Matthias Krebs half uns beim Mauern obwohl keine Wahlen anstanden!.

Wer den Bau sieht, kann das von Alfons Latzke geschaffene Gemälde des heiligen Florian nicht übersehen. So wurde unser Feuerwehrhaus zu einem kleinen Kunstwerk. Ihm und allen Vorgenannten gilt unser herzlichster Dank.

Ca. 4.500 Arbeitsstunden brauchten wir um das Bauwerk mit einem geschätzten Wert von 260.000,- Euro zu vollenden.

Das Grundstück wurde von der Kirche auf Erbpachtbasis zur Verfügung gestellt.