Geschichte der Löschgruppe Elsig
Verfasst vom ehemaligen Ortsvorsteher Herbert Schenk

Wie war das vor so vielen Jahren? Wer waren die Männer, die im Jahre 1906 unsere Wehr gründeten? Was hat sie bewogen, sich zusammenzutun und neben der gewiss nicht leichten, täglichen Arbeit, neben der Sorge um Familie, um die Existenz, um den "Broterwerb" noch zusätzliche Aufgaben zu übernehmen? Nun, gewiss die Erkenntnis, dass nur gemeinsam erfolgreich geholfen, gerettet und geschützt werden kann. Dabei müssen wir davon ausgehen, dass sich die Gründung einer Feuerwehr in unserem Dorf geradezu durch eine Brandkatastrophe in der Vergangenheit aufdrängte. Hatte es doch zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Feuersbrunst gegeben, die fast die Hälfte des Ortes - das damalige Unterdorf - vernichtete, welches später an anderer Stelle wieder aufgebaut wurde.

Von dieser Zeit an wird auch hier die Hl. Agatha verehrt, die der Überlieferung nach bei den damaligen großen Bränden um Schutz und Hilfe angerufen wurde.

In den Jahren danach blieben leider verschiedene Wohnhäuser und Gehöfte vom "Roten Hahn" nicht verschont. Einigen noch lebenden Bewohnern ist das große Feuer im Jahr 1905 in schrecklicher Erinnerung, durch welches auf dem Anwesen Klein die Scheune, die Stallungen, der Tanzsaal und die Kegelbahn vernichtet wurde. Trotz eifriger Bemühungen, das Feuer einzudämmen, fielen auch von dem angrenzenden Anwesen des Anton Rick Gebäudeteile in Schutt und Asche. Jeder, der damals helfen konnte, versuchte nach besten Kräften zu retten, was noch zu retten war. Brandbekämpfung mit unzureichenden Mitteln blieb jedoch ein fast aussichtsloses Unterfangen.

Hier mag wohl der eigentliche und direkte Anstoß zur Gründung der Wehr zu suchen sein. Unter der Amtszeit des damaligen Herrn Amtsbürgermeisters Kann gründeten Reiner Böttgenbach, Wilhelm Decker, Theo Goertz, Heinrich Krupp, Bernhard Meier, Michael Pick, Arnold Schilbert, Johann Schmitz, Winand Sengersdorf und Daniel Sonntag unsere Wehr.

Die Gründer der Elsiger Wehr 1956.
Von links nach rechts (stehend):
Daniel Sonntag, Johann Schmitz, Wilhelm Decker, Reiner Böttgenbach;
(sitzend): Theo Goertz, Winand Sengersdorf, Bernhard Meier, Michael Pick, Arnold Schilbert.

Bereits vor der Gründung hatte die Gemeinde eine Handdruckspritze - die auch heute noch existiert - und einige Ledereimer als Löschgeräte angeschafft. Mit diesem vorhandenen "technischen Gerät" versuchten die Männer unter ihrem ersten Brandmeister Theo Goertz, einen organisierten Feuerschutz aufzubauen. Es wurde fleißig geübt, um im Ernstfall schnell einsatzbereit und helfend zur Stelle zu sein. Eine harte Aufgabe! - Der Wille zur Hilfeleistung war vorhanden. Es haperte aber leider mit der Wasserversorgung. - Als Wasserquellen dienten eigentlich nur einige Brunnen und die sogenannte "Tränke", die in der Mitte des Dorfes lag, dort, wo heute eine kleine Grünanlage das Auge des Betrachters erfreut. - Mit Ledereimern wurde Wasser in die Spritze gefüllt. Als 1909 die Wasserleitung im Ort verlegt wurde, musste dies für die Wehrmänner und die Bewohner des Ortes eine große Beruhigung gewesen sein. Denn hieran knüpfte sich die Hoffnung, bei einem auftretenden Brand wenigstens ausreichend Wasser zu dessen Bekämpfung zu haben. - In dem gewünschten Maß haben sich diese Hoffnungen nicht erfüllt, lag doch über Jahrzehnte hinweg oft ein derart schlechter Wasserdruck vor, dass von einer echten Entlastung nicht gesprochen werden konnte. Es galt nach wie vor, die Wehr immer einsatzbereit zu halten, damit im Notfall schnell geholfen werden konnte.

Neben dem Brandmeister und dem ersten Steiger kam zu der damaligen Zeit dem "Hornist" eine besondere Bedeutung zu, rief er doch durch seine Hornsignale die Wehrmänner zum Einsatz. Der Mitbegründer der Wehr, Johann Decker, hat dieses Amt über viele Jahre hinweg ausgeübt.

Der erste Weltkrieg rief auch Mitglieder unserer Wehr zu den Waffen. Die im Dorf verbliebenen Mitglieder mussten nun den Feuerschutz allein übernehmen und hatten eine schwere Bewährungsprobe zu bestehen, als im Jahr 1915 - an einem Sonntag - gleich zwei Brände hintereinander ausbrachen. Noch waren die Wehrmänner damit beschäftigt, den Brand auf dem Anwesen des Theodor Pick zu löschen, das Vieh aus den Ställen zu treiben und Gerätschaften zu bergen, da gellte erneut der Ruf:... es brennt, es brennt... durch den Ort und schreckte die Bewohner auf. Im Oberdorf, auf dem Anwesen des Peter Wolz, war ebenfalls ein Brand ausgebrochen und erforderte schnellen und tatkräftigen Einsatz. An diesem wahrhaft "heißen Sonntag" bestand die freiwillige Feuerwehr ihre Bewährungsprobe und half Schlimmeres verhüten. Viele helfende Hände unterstützten hierbei die Wehrleute, musste doch das Wasser mit Eimern aus allen verfügbaren Quellen zu den Brandherden gebracht werden.

Einen weiteren Einsatz in der Zeit des ersten Weltkrieges hatte die Wehr zu verzeichnen, als im Unterdorf, damals etwas allein stehend, die den Geschwistern Küpper gehörende Scheune abbrannte. Die in der Nachbarschaft gelegenen Gebäude konnten geschützt und vor Schaden bewahrt werden.

Bald nach dem ersten Weltkrieg fanden sich junge Männer - vom Kriegsdienst noch nicht lange zurück - erneut bereit, Dienst in der freiwilligen Feuerwehr zu tun. Bernhard Sonntag, mit anderen Männern im Jahre 1919 der Wehr beigetreten, war über Jahrzehnte als Zeugwart aktiv tätig. Viele unserer Mitbewohner werden sich auch noch daran erinnern, dass Herr Sonntag in unserem Dorf für "Hell und Dunkel" zuständig war. Er bediente die in seinem Haus installierte Schaltanlage für die Straßenbeleuchtung im Dorf.

Ein weiterer Mitbegründer der Wehr, Herr Winand Sengersdorf, seit Gründung der Wehr als erster Steiger tätig, wurde der nächste Brandmeister. Zu dieser Zeit stand das "Spritzenhaus" in der Mitte des Dorfes, fest angrenzend an die sogenannte Tränke. - Aus einem Brunnen, der aus einer Wasserader viel zufließendes Wasser hatte und auf dem Anwesen des Peter Rick stand, konnte der kleine "Dorfteich" ständig gefüllt werden und hatte nicht nur Wasser für das Vieh, sondern auch zur Brandbekämpfung. Das war bestimmt keine ideale Wasserentnahmestelle, oft genug aber musste die Wehr auf diese "Tränke" zurückgreifen. Jahre danach ist die Tränke zugeschüttet und das Spritzenhaus abgebrochen worden. - Auf dem Schulplatz wurde ein anderes Spritzenhaus errichtet. Dies war zwar nicht vergleichbar mit den heutigen Unterbringungsmöglichkeiten, zur damaligen Zeit musste es jedoch zur Aufbewahrung der Ausrüstung genügen.

Viele Jahre nach dem ersten Weltkrieg blieb die Wehr von schweren und ernsthaften Einsätzen verschont. Die Zeit wurde genutzt, die Einsatzbereitschaft durch eifrige Übungen zu erhalten. In diesen Jahren war auch ein erheblicher Zugang an Mitgliedern zu verzeichnen. Theodor Bong, im Jahr 1919 der Wehr beigetragen, nahm im Jahr 1926 an einem Brandmeister-Lehrgang in Koblenz teil und wurde im darauffolgenden Jahr 1927 Führer der Wehr. Dieses schwere und verantwortungsvolle Amt übte er bis 1951 aus. In den Jahren seiner Amtszeit konnte die Ausrüstung der Wehr vervollständigt werden. Es wurden Uniformröcke beschafft, so dass nach einigen Jahren jeder Feuerwehrmann seinen Uniformrock hatte und die Wehr einheitlich ausgerüstet war.

Zu den Kreisfeuerwehrfesten wurde eifrig per Fahrrad gestrampelt. Die Teilnahme an den Veranstaltungen der Wehren der damaligen Zeit waren oft eine willkommene Abwechslung im Feuerwehrdienst. Unsere Mitglieder verstanden es aber auch, sich selbst jährlich eine schöne und angenehme Abwechslung zu verschaffen. So wurde jahrelang, jeweils zum Fest der Hl. Agatha, in Elsig ein Theaterstück aufgeführt. Welch eifriges Lernen, Üben und Proben! In den Wintermonaten für die Wehrmänner ein frohes Tun! - Nach einigen Jahren konnten sogar „Singstücke" aufgeführt werden, an denen sicher nicht nur die Zuschauer und Zuhörer ihre helle Freude hatten, sondern bestimmt auch die Wehrmänner selber.

Diese schöne Zeit, von der noch heute mit Schmunzeln berichtet wird, fand eine jähe und harte Unterbrechung, als im Jahr 1930 eine Reihe von Bränden das Dorf belastete. Innerhalb weniger Wochen brannte es im Anwesen Jamanns, Theo Goertz, Schmitz und - wiederum Goertz; hier insgesamt 3 mal in wenigen Wochen. Die Serie von Bränden beunruhigte die ganze Dorfbevölkerung und führte soweit, dass die älteren Leute und die Kinder ängstlich jedes neue Alarmsignal aufnahmen. Da oft wochenlang Wassermangel bestand, war die Brandbekämpfung für die Wehr ein hartes Stück Arbeit, gaben doch die Brunnen in der trockenen Sommerzeit kaum ausreichend Wasser für die Brandbekämpfung her. Trotzdem ist es den Männern unter ihrem tatkräftigen Brandmeister Bong gelungen, Schlimmeres zu verhüten und der Brände Herr zu werden.

Der zweite Weltkrieg holte den überwiegenden Teil der Wehrmänner zu den Waffen. In den ersten Septembertagen des Jahres 1939 wurden sie einberufen, unter ihnen auch Brandmeister Theo Bong. Sie befanden sich noch in der Kaserne in Euskirchen, als sie von dort Feuerschein aus dem Dorf auflodern sahen. Die Scheune des Heinrich Goertz brannte nieder.

Als zusätzliche Aufgabe mussten die Feuerwehrmänner Luftschutzübungen durchführen, an denen sich auch Frauen und HJ-Angehörige beteiligten. Diese Übungen wurden für das ganze Amt auf dem Sportplatz in Elsig durch Amtwehrführer Peter Wolfgarten durchgeführt. - Auf seine Veranlassung hin wurden zu Beginn des zweiten Weltkrieges zwei Feuerlöschteiche gebaut, um damit der seit Jahrzehnten bestehenden Wassernot zu begegnen. Diese Löschteiche, an den Rändern nur mit Lehm und Rasen befestigt, sind nach dem Krieg von den Grundstückseigentümern wieder zugeschüttet und eingeebnet worden.

Der Krieg brachte der Wehr Verluste und einen Mitgliederrückgang. Ein erneuter Aufbau musste beginnen. Bald fanden sich wieder Männer, die bereit waren, Mitglieder der Wehr zu werden und diese wiederum zu einer schlagkräftigen Feuerwehr zu machen. Es waren teils Söhne der Väter, die bereits Dienst in der Wehr leisteten.

Der seit 1927 rührige und allseits beliebte Brandmeister Theo Bong musste im Jahr 1951 wegen seiner angegriffenen Gesundheit seinen Posten einem jüngeren Wehrkameraden übertragen. Er wurde zum Ehrenbrandmeister ernannt und hat bis zu seinem Ableben das Geschehen in der freiwilligen Feuerwehr mit großem Interesse verfolgt. Nachfolger wurde Josef Trippen, damals 26 Jahre. Eine nicht leichte Aufgabe erwartete ihn. Ausrüstung und Gerät mussten ergänzt und auf einen der Zeit entsprechenden Stand gebracht werden. Als ersten Schritt hierzu beschloss die Gemeindevertretung unter Vorsitz des Herrn Bürgermeisters Johann Schmilz am 10.6.1952 den Bau eines Gerätehauses und versicherte sich durch Anpachtung eines Grundstückes von der Kirchengemeinde eines geeigneten Platzes.

Dieses Feuerwehrgerätehaus, auch noch anderen Aufgaben dienend, konnte nach Einsegnung durch Herrn Pfarrer Leuchter im Jahre 1953 der Wehr und damit seiner Bestimmung übergeben werden. - Um der fast ständig herrschenden Wassernot zu begegnen, wurde im Jahre 1958 beschlossen, im Oberdorf einen Feuerlöschteich mit einem Fassungsvermögen von 50 cbm zu errichten. Die Arbeiten hierzu begannen 1958, die Fertigstellung des Feuerlöschteiches erfolgte 1959. Leider ist die Errichtung des Wasserbehälters nicht schnell genug erfolgt. Am Pfingstsamstag 1959 entstand ein großer Brand im Gehöft des Heinz Gräf, bei dem zur Brandbekämpfung das Tanklöschfahrzeug aus Zülpich und die Feuerwehr aus Euskirchen gerufen werden mussten. Hier wurde offensichtlich, wie wichtig zur Brandbekämpfung ausreichendes Gerät - vor allen Dingen aber - ausreichend Wasser nötig sind.


Aktive und Ehrenmitglieder 1956

Als am 8.Juli 1956 in festlichem Rahmen das 50jährige Bestehen der freiwilligen Feuerwehr gefeiert wurde, durfte diese mit dem Stand der Ausrüstung und Ausbildung zufrieden sein. - Mit großer Freude wurde die Auszeichnung der 10 noch lebenden Gründer mit dem goldenen Ehrenzeichen aufgenommen. In feierlichem Zug wurden die Herren durch das Dorf zum Festkommers am Samstag und im Festzug am Sonntag geleitet. Die Mitglieder Wilhelm Rick, Peter Josef Schmilz, Bernhard Sonntag und Adam Ülpenich wurden wegen 25jähriger, treuer und aktiver Tätigkeit durch Verleihung des silbernen Ehrenzeichens geehrt. Etliche junge Männer traten in diesem Jubeljahr bei der Wehr als Mitglieder ein. Gute Kameradschaft, ernsthaftes Bemühen, es den älteren Mitgliedern nachzutun, und der Wille zur Hilfeleistung bestimmten die weitere Entwicklung. Regelmäßige Übungen sicherten die ständige Einsatzbereitschaft, deren Notwendigkeit bei Bränden auf den Anwesen Theo Simons, Franz Greuel und Wilhelm Pick bestätigt wurde. Ebenfalls zeigten die Brände, dass eine Ausstattung der Wehr mit neuesten Brandbekämpfungsgeräten und -mitteln erforderlich sei. Diese Einsicht zeigt auch der Gemeinderat unseres Dorfes. Er hatte volles Verständnis für die Anliegen der Wehr und stattete diese mit noch fehlender Ausrüstung aus. So konnte der Vorsitzende des Rates, Bürgermeister Schenk, die Wehrmänner dazu begeistern, den bereits 1958 geplanten weiteren Feuerlöschteich in Eigenleistung zu errichten, um die ersparten Kosten anderweitig zu verwenden. Der Vorschlag wurde bereitwillig aufgenommen und bald danach mit freudiger und emsiger Begeisterung verwirklicht. In den Feierabendstunden und vornehmlich an Samstagen begann ein eifriges Treiben auf dem alten Schulplatz. Ein Bagger wurde besorgt und zunächst die recht erhebliche Baugrube für den Löschteich ausgehoben. Hier beteiligten sich nicht nur Angehörige der Wehr, auch viele Landwirte aus unserer Gemeinde waren laufend im Einsatz. Mit Traktor und Anhänger wurden die ausgebaggerten Erdmassen abtransportiert. Dass bei dieser Gelegenheit auch noch eine Wasserleitung zum Gerätehaus und zum Friedhof verlegt wurde, der damit erstmals einen direkten Wasseranschluss bekam, ist besonders von den älteren Bürgern mit Freude aufgenommen worden. Feuerwehrmänner mit ihrem Brandmeister, Landwirte, Mitglieder des Rates, alle halfen mit, das Werk schnell zu vollenden. Im Anschluss an die Fertigstellung konnte aus dem eingesparten Geld bald ein TSF (Feuerwehrfahrzeug) sowie eine TS 8 (Motorspritze) beschafft und nach feierlicher Einsegnung im Jahre 1962 der Wehr übergeben werden.


Einsegnung des TSF durch Pfarrer Leuchter im Jahre 1962


Schauübung mit der neuen TS 8 Motorspritze

Mit Begeisterung und großem Fleiß folgte die Ausbildung an neuem Gerät. Hierbei hat der Gruppenführer Peter Simons besonders mühevolle und wertvolle Arbeit geleistet. Die Teilnahme an mehreren Wettbewerben und die dabei erreichten Plätze waren Bestätigung für die gute Ausbildung und die Leistung unserer Wehr.

Die Verbundenheit mit der Feuerwehr, das Verständnis für den schweren Dienst und die Dankbarkeit ihnen gegenüber haben die Bewohner unseres Ortes beim 60jährigen Jubiläum zum Ausdruck gebracht. Aus dem Ergebnis einer Sammlung, an der sich alle Haushalte beteiligten, konnte der Wehr erstmals eine Standarte geschenkt werden.


Die neue Standarte

Das Motiv gibt ein Gebäude wieder, welches Jahrhunderte in Elsig stand, einmal von Feuer bedroht wurde und jetzt im Freilichtmuseum in Kommern steht. Der Heilige Florian - Schutzpatron der Wehrleute - schüttet Wasser aus dem Ledereimer in die lodernden Flammen. Ein schönes und in Dankbarkeit gebrachtes Geschenk.


Auf dem Weg zur Kirche und Ehrenmal

Im Jahre 1966 trat Josef Trippen als Brandmeister zurück. Im Oktober des gleichen Jahres wurde er von seinen Feuerwehrkameraden verabschiedet und Peter Simons zum Nachfolger vorgeschlagen. Der durch die Wehrmänner dem Kreisbrandmeister gemachte Vorschlag wurde im Juni 1967 durch die Gemeindevertretung bestätigt und Peter Simons damit zum Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr Elsig ernannt. - Schon wenige Tage danach musste er mit seinen Kameraden zu einem Einsatz nach Kommern. Dort war die Wasserversorgung der Gemeinde ausgefallen. In Zusammenarbeit mit anderen Wehren trugen auch unsere Feuerwehrkameraden dazu bei, in ständigem Einsatz über einen Zeitraum von 10 Tagen rund um die Uhr, die Bürger der Gemeinde Kommern mit Wasser zu versorgen. Vorbildlich, so wurde berichtet, klappte Einsatz und Ablösung. Mit Speise und Trank wurden die Männer versorgt. Es gab nach diesem Einsatz sogar eine Entschädigung. Die zugestellte Abrechnung lautete über den stolzen Betrag von 3,98 DM!

Die der Feuerwehr gestellte Aufgabe ist - insbesondere nach der kommunalen Neuordnung 1969 - größer geworden. Es sei daran erinnert, dass nicht nur Einsatz im Fall der Brandbekämpfung, sondern in vielfältiger Weise nötig ist. Nur einige seien genannt:

Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen, die Bergung bei Unfällen und anderen Notlagen, Trinkwasserschutz, Bekämpfung von wassergefährdenden Flüssigkeiten, Einsätze bei Hochwasser und v. a.

Die Anforderungen an die einzelne Person, hergeleitet aus Theorie, durch Einsatz der Technik, Gesetze und Bestimmungen, bringen es mit sich, dass es schwieriger wird, geeigneten Nachwuchs für die Wehr zu bekommen. Hier fehlt es teils an der dafür aufzubringenden Zeit, teils an der Bereitschaft, sich die nötigen Fertigkeiten wie auch das erforderliche Wissen anzueignen. Diese Entwicklung muss mit Sorge betrachtet werden.

Dass die Männer der Wehr ihren schweren Dienst trotz höherer Aufgabenstellung treu und pflichtgemäß erfüllen, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Eine echte, gute Kameradschaft ist hierzu wohl unbedingte Voraussetzung. Die Kameradschaft zu fördern, einen Ausgleich für den schweren Dienst zu schaffen, ist bei uns wohl hervorzuhebendes Verdienst des Löschgruppenführers. Er hat für seine Kameraden nicht nur den "offiziellen" Dienstplan. Es gibt auch einen sogenannten "außerdienstlichen" Plan. - So wird seit einigen Jahren am ersten Samstag im Monat gekegelt. Selbstverständlich mit den Ehefrauen oder den Freundinnen! Mit dem Erlös aus der Kegelkasse wird dann jeweils an Silvester ein Kameradschaftsabend gehalten.

Tradition geworden ist bereits der "Wandertag am Vatertag". In der Regel wird dieser Tag finanziert von jungen Vätern. - Ich habe mir sagen lassen, dass jedoch auch "Opas" sich an der Finanzierung beteiligen dürften.


Väter auf Vatertagstour

Tisch und Stuhl - soweit nötig -, Speise und Trank werden mittels "1 PS" befördert. Dieses 1 PS ist eine "Pferdedame", hört auf den Namen Rosi und gehört schon ebenfalls traditionsgemäß dazu. In den Jahren der "Wanderschaft" hat sie gelernt, wie man "löschen" muss, denn Bier mag sie besonders gern. Es soll vorgekommen sein, dass "Rosi" launisch war und nicht mehr weiter wollte. Waren es wirklich Launen oder hatte Rosi nur zuviel gelöscht? Wer will dies mit Sicherheit feststellen? Es ergab sich hieraus nur, dass die Feuerwehrkameraden ihren Transportwagen selbst ziehen und schieben mussten. - Eine frohe Wanderschaft! - Wie nah beisammen Fröhlichkeit und bitterer Ernst liegen können, mussten die Wehrleute 1975 erfahren. - Am Karnevalssamstag, gerade als sie zum Kegelabend fahren wollten, loderten aus der Scheune von Landwirt Goertz die Flammen auf. Die angrenzende Bäckerei Nipp wurde bei diesem Brand erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Feuer und Wasser richteten beträchtlichen Schaden an. In seiner Ausgabe vom 10. Februar 1975 berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger mit Balkenüberschrift:

Statt des Durstes - Großfeuer gelöscht -
Kegelabend und Party fielen aus - 500 000,- DM Sachschaden -

Mit Unterstützung von 32 Feuerwehrmännern aus der Kernstadt Euskirchen gelang es, noch größeren Schaden zu verhindern und vor allen Dingen die angrenzenden Wohnhäuser vor Schaden zu bewahren. Die ganze Nacht über blieben unsere Wehrmänner an der Brandstelle, um ein mögliches Auflodern der Flammen oder Funkenflug zu verhindern. Peter Simons, der Löschgruppenführer, zog sich bei diesem Einsatz eine Fußverletzung zu. Er wurde ins Euskirchener Marienhospital gebracht, konnte jedoch nach ambulanter Behandlung entlassen werden.

Die Erinnerung an die Geschehnisse der vergangenen Jahre wäre nicht zutreffend ohne Hinweis auf die sonstigen Leistungen und Tätigkeiten der Feuerwehr. So ist es für uns selbstverständlich, dass sie bei irgendwelchen Veranstaltungen im Ort Absperr- und Ordnungsdienste übernimmt. Es ist gleich, ob es sich hier um gesellige Veranstaltungen, Familienfeste (z.B. Goldene Hochzeiten), Umzüge oder ähnliches handelt. Unsere Wehrleute führen den Sankt Martinszug durch. Er wird von ihnen organisiert und begleitet. Alljährlich wird eine Verlosung durchgeführt, deren Einnahmen restlos den Kindern und Erwachsenen durch Gewinne ausgeschüttet werden. Die hierdurch den Teilnehmern bereiteten frohen Stunden, mit glänzenden Kinderaugen und erwartungsvollen Gesichtern, möchte niemand missen.


Gruppenfoto zum 75 jährigen Jubiläum
(hinterste Reihe): Bernd Sonntag, Heinz-Bernd Gräf, Heinz Krupp, Erwin Schubert, Josef Siepen, Karl Gräf
(mittlere Reihe):
Leo Schäfer, Franz-Josef Trippen, Theo Althausen, Josef Trippen,
Walter Schneider, Josef Schubert, Friedrich Meyers
(sitzend): Johannes Hambach, Josef Schmitz, Peter Simons, Adam Ülpenich, Johann Böttgenbach

Ein sehr gutes Verhältnis besteht zu dem hiesigen Turn- und Sportverein, mit dem die Feuerwehr jahrelang für die Durchführung der Kirmesveranstaltungen mitverantwortlich war. Zu den Jubiläen aus Anlass des 50. und 60. Bestehens des TuS Elsig 1920 e.V. haben die Wehrmänner Geschenke überreicht, die wohl nach Meinung aller Besucher und vor allen Dingen des Beschenkten echte "Knüller" waren. So fertigten unsere Feuerwehrkameraden in "Eigenleistung" eine Torwand an, die originalgetreu der im ZDF-Sportstudio gezeigten Torwand nachgebaut wurde. Mit dieser Wand ist viel, viel Freude und Spaß bereitet worden. Sie wird noch jetzt benutzt. - Zum 60. Vereinsjubiläum schenkte die Wehr einen selbstgebauten, fahrbaren Grill.

Zu wünschen bleibt, dass allzeit sich Männer finden, die bereit sind, den schweren Dienst zu leisten, die sich bewusst sind, dass ihr Einsatz die Mitbürger vor Schaden bewahrt und diese sich in Augenblicken der Gefahr auf sie verlassen können.